Neue Wege zum Jahreswechsel

Weihnachten und Neujahr verbrachten wir zusammen mit Nicky und Anika bei gar nicht winterlichem Wetter in Olba. Wir haben die beiden nicht nur zu harter körperlicher Arbeit motivieren können, sondern auch zum Schreiben eines Gastbeitrags über ihren Urlaub:

Los Lucas – Bayo in 10 min
Unsere Hauptmission war der Brückenschlag über den Rio Mijares, um von Los Lucas aus trockenen Fußes zum Bayo zu kommen. Eine Holzbrücke soll es sein, die bei Hochwasser wegtreiben und dann später wieder „eingeholt“ werden kann. Sechs stattliche Kiefern haben wir gefällt und je drei Stämme nebeneinander als zwei Etappen über den Fluss gelegt. Als Auflagefläche in der Mitte des Flusses dient ein riesiger Stein, in den noch ein Stufe geschlagen werden muss. Auf der rechten Flussseite haben wir für die Brückenauflage einen Betonträger in den Boden eingegraben und ein kleines Kiesbett bereitet um eine trockene gerade Auflage zu schaffen. Der linke Brückenkopf liegt ebenfalls auf einem großen Stein, der leider noch nicht die richtige Passform hat. Aber – und wir sind gespannt, ob das klappt – der störende Teil des Steines wird mit Bohrlöchern umrandet und soll dann mit roher Gewalt abgesprengt werden. Hier überlassen wir Mirko noch eine schöne Fleißarbeit für 2012.
Eigentlich wollten wir die Baumstämme direkt miteinander verschrauben, damit sie weniger schwingen und beim Hochwasser nicht einzeln wegtreiben. Wir haben aber recht schnell gemerkt, dass das keine gute Idee ist ( 1. Wie bohrt man das? 2. Wer kann das dann noch anheben?). Insofern sollen jetzt Manschetten um die Baumstämme geklemmt werden, die bei Bedarf abgenommen werden können. Mal sehen ob das so klappt.

Nachdem man den Fluss überquert hat, ist man leider noch nicht am Bayo, sondern muss noch einen Berghang hinaufkraxeln. Den nahmen wir uns als nächstes vor. Mit Hacke, Spaten, Händen und Füßen haben wir einige Kubikmeter Erde und Steine bewegt und einen schön gestuften Wanderweg gebaut. Die Äste der gefällten Kiefern konnten wir gleich zur Hangabstützung verwenden. Das nächste Mal, wenn wir einen Bergweg dieser Art entlanggehen, werden wir die harte Arbeit dahinter sicher mehr zu würdigen wissen als bisher.

Vale la peña: Das Bayo liegt nun in 10 min-Fußmarsch-Entfernung zur Weltmetropole Los Lucas.

 

Casucho +7
Neue aber nicht unbedingt kürzere Wege wollten wir auch am Casucho bauen. Nickys Ziel war es, endlich eine Route in der Felsengasse zu eröffnen, und zwar eine die er auch hochkommt. Gleich am ersten Bohrtag fassten wir dort eine mögliche Linie ins Auge, bohrten einen provisorischen Stand – und hängten schon mal ein Seil ein. Von Nickys letztem Besuch hier waren aber noch einige Projekte um den Bergfreundeturm herum offen geblieben, die wir zuerst angingen. Einige waren schon komplett fertig und warteten nur noch auf die Erstbegehung, andere waren zumindest schon geputzt und markiert – mussten also nur noch mit Löchern und Bolts versehen werden.
All die Tage fehlte uns das hängengelassene Seil im Felsengassenprojekt bei den anderen Arbeiten und mahnte uns somit, sich seiner anzunehmen.
Nach und nach bekam der Bergfreundeturm drei neue Wege. Mit dem Kurt-Albert-Gedächtnisweg verwirklicht sich dort eine alte Linienidee in sehr schönem Fels und mit tollen Kantenbewegungen – die Mirko erstbegeht.
Für Anika waren recht viele Routen aus den letzten Bohraktionen neu und sie kletterte diese, immer wenn sich etwas Zeit anbot. Bei ihrem Projekt in der Horzelbub-Talwand stellte sie einmal mehr ihre Rotpunkt-Schwäche unter Beweis. Es geht halt einfach nix über Onsight!!! Neben dem Horzelbub entstand mit der Esquina Suiza ein neuer Sektor mit zwei kurzen aber schönen Routen (Tellplatte und El Cantón) und auch der MeteoBlue-Sektor wurde ausgebaut.

Es blieben bald nur noch zwei Tage und somit gab es keine Ausreden mehr für Nicky: also ran an den Felsengassen-Weg. Der obere Teil sah vielversprechend aus, jedoch hängt die untere Hälfte recht stark über und verläuft auch in nur mäßigem Gestein. Aber etwas weiter rechts hinter alten Efeuresten kamen doch noch gute Griffe zum Vorschein. Wenn auch nicht sehr direkt, sondern dem geringsten Widerstand folgend, ging es in einer schönen S-Kurve dem Umlenker entgegen. Am Ende reichte sogar das Ausbouldern beim Einbohren als Vorbereitung für die Erstbegehung: Curva Peligrosa 7a – momentan das Schwerste im Casucho, gelang Nicky gleich im ersten Versuch. Sie ist also doch nicht so schwer und auch schöner geworden als zunächst „gefürchtet“.

Die 7 neuen Routen aus diesem Urlaub sowie weitere Updates gibt es auf der Alto Mijares-Kletterhomepage.

1 Kommentar

  1. Peter

    interessante Lösung für das Brücken-Problem…Ich bin begeistert! :)
    Stein spalten hat man laut wikipedia wohl früher gemacht, indem man in die Bohrlöcher trockene Holzdübel hineingepresst hat und dann -angefeuchtet hat. Durch das Quellen der Dübel ist der Stein aufgeplatzt http://de.wikipedia.org/wiki/Steinspaltwerkzeuge

    Von dem Kletter-Artikel hab ich nur 50% verstanden. Aber die Kletter-Fotos sehen krass aus. Würd mich sowas nicht trauen.

    Sport frei!
    Peter

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