Tingel Tangel – ein Leben nach Königshain?

10.10.2008 Leipzig

Ziemlich spät kommen wir aus Königshain los – haben aber so unverschämt viel Glück beim Trampen, dass wir innerhalb von 3 1/2 h bei Lilly und Jakob vor der Tür stehen…keiner da. In leichterem Schuhwerk und ohne Gepäck irren wir durch die Stadt, suchen nicht, finden jedoch das NaTo: Musik, Wein, freitäglich gestimmte Menschen…

In der NaTo

Später treffen wir auch Lilly und Jakob an und ruhen wohl zur Nacht…

Samstag: spätherbstliches Wetter lockt uns vier in den Park und Jakob an seinen von ihm entdeckten Boulder. Natürlich muß alles fein säuberlich dokumentiert werden. Später stürzen wir uns noch ins Marktgetümmel vor dem Leipziger Stadion.

Jonglieren im Park

Jakob beim Bouldern & Lilly beim Fotographieren

Marktgewirr in Leipzig

Die Elster ist nicht gerade ein winziger Fluss, und scheint die Stadt doch nicht so zu dominieren…die schönste Brücke Leipzigs, soweit wir das beurteilen können:

Leipziger Stahlkonstruktion bei Nacht

Nach 2 ereignisreichen Tagen zieht es uns nach Halle zu einem meiner ältesten Freunde Andreas.

12.10.2008 Halle/Saale

Nach einigen Fahrkartenärgernissen in Tram und S-Bahn kommen wir dann doch bei Andreas an, und ihm ein paar Minuten zuvor, der er gerade von der Nachtschicht im Krankenhaus eintrudelt. Wir beschließen uns in einem nahegelegenen Wäldchen in der Sonne zu räkeln, und Andreas ein wenig Ruhe zu gönnen.

In den folgenden Tagen waschen wir das 1. Mal Wäsche, schlendern durch die Stadt, die durch ihre Jugenstilvillendichte besticht und durch einen Walnußbaum im Innenhof der Domkanzlei, schauen „Woman of the Dunes“ auf Dvd und kochen gut (Wild in Rotweinsauce mit Maronis). Es tut wirklich gut, den, wenn auch überarbeiteten, Andreas zu sehen, der unsere Fürsorge genießt, glaub‘ ich…Wir schauen uns seine Rumänienphotos vom Sommer an und bekommen zumindest eine Vorstellung davon, wohin es uns womöglich verschlagen wird. An dieser Stelle, lieber Andreas, würde ich mir von dir wünschen, zumnindest einige Bilder von den bemalten Klöstern von dir zugeschickt zu bekommen…

Innenhof der Domkanzlei in Halle

Andreas zu Hause beim Frühstück

Aus Halle wegzukommen erweist sich als schwierig — Leitplanke noch ettliche Kilometer vor der Stadt. Wir laufen und hoffen, bald unser Ziel zu erreichen: Oma Juttas Hof in Zeckerin bei Finsterwalde.

15.10.2008 Barby/Elbe

Nachdem es uns nach Stunden immernoch nicht gelungen ist, jemanden davon zu überzeugen in Richtung Finsterwalde zu fahren, entscheiden wir uns, einigermaßen verzweifelt und ausgekühlt, Richtung Magdeburg zu fahren und Hennes Eltern – Isolde und Joachim – einen Besuch abzustatten. Mirko versichert mir immer wieder, dass er und damit auch ich, herzlich willkommen ist, sogar spontan vorbeizukommen…in der Tat: zwar überrascht, jedoch sichtlich erfreut, Mirko zu sehen, nehmen uns die beiden in Empfang, und es gibt erst einmal Abendbrot. Und später noch Gemütlichkeit.

Isolde und Joachim bei sich zu Hause

Um nicht untätig herumzusitzen, helfen wir ein wenig im Garten. Die Aufgabe: den Walnußbaum mit Wurzelballen fällen. Erst größere Äste abschneiden, Wurzeln freilegen und absägen und dann kräftig ziehen…

Mirko beim Astabsägen in Barby

Der Baum will einfach nicht umfallen, obwohl wir zu viert an ihm ziehen und zerren – bis in die Dunkelheit hinein. Mirko will einfach nicht aufgeben und muss es dann doch. „Frag einfach Wiki…“ – aha, Pfahlwurzel, daher!

Ein paar Tage später entnehmen wir einer email dieses Bild:

Diesmal versuchen wir per Abholservice weiterzukommen: Sissi (Mirkos Ma) holt uns auf der anderen Seite der Elbe mit dem himmelblauen Twingo ab, und wir fahren Richtung Zeckerin.

Auf einmal, noch ein paar Kilometer vor unserem Ziel, ein schleifendes Geräusch: allen ist ziemlich schnell klar – es ist der Auspuff! Wir halten also,  und Mirko versucht den die gebrochene Schelle mit einem Lumpen zu flicken…

Mirko unterm Twingo

Leider hält es nur etwa 2 km, und wir müssen nochmal halten. Diesmal kommt unser äußerst nützliches Seil zum Einsatz – und es hält! … Claro, ist ja auch ein Kletterseil.

17.10.2008 Zeckerin

Oma Jutta und die übriggeblieben Tiere des Hofes – Hund Anton und Katze Schmuse – begrüßen uns, mehr oder weniger überschwenglich.

Oma Jutta in ihren Gemächern

Wir nächtigen auf dem Heuboden – äußerst komfortabel…nur die auf unsere Schlafsäcke pinkelnden Mäuse müßten nicht unbedingt da sein.

Unser Lager auf dem Heuboden

Es gibt immer viel zu tun in Zeckerin: Äpfel und Walnüsse sammeln, Rasen stutzen, was traditionell Helmut besorgt, die alten Ställe ausräumen und vieles andere mehr…

Aber faulenzen muss auch mal sein.

Marie auf'm Heuboden

Ich bitte Oma Jutta uns mal alte Bilder von sich, vom Hof und von Zeckerin zu zeigen. Sie will eigentlich nur „ganz kurz“, aber uns ist klar, dass Erinnerungen nicht in einer halben Stunde abgetan sind. Wir sehen Eltern, Mirkos und Sissis und Juttas…und Opa Martin und Oma Jutta vor der Vermählung, Zeckerin eingeschneit und unter Wasser, riesengroße Heuwagen und eine Menge „Posen“ auf dem ehemals blühenden Vierseitenhof…Mir fehlt diese Dimension, da ich in meinem Leben immer nur eine Oma hatte, und diese ca. 1000 km weit weg war.  Danke Oma Jutta!

Allgemein gibt es in Zeckerin eine Menge Verfall zu sehen, den Mirko und ich so lieben.

Knochenpresse auf'm Hühnerhof

Kettending mit nem Haken dran

Oma Juttas Scheunendach (Zeckerin)

Nach 3 Tagen ziehen wir ein Dorf weiter – Grosskrausnik…und platzen mitten in einen Kindergurtstag, nämlich in Josis 6. : eine Meute kleiner Zwerge braust uns entgegen…es gibt Kuchen und Brause für die Kleinen und Bowle für die Großen – grad, was ich jetzt brauche. Der Tag bei Oma Jutta war doch sehr anstrengend und die Kommunikation mir ihr nicht so einfach.

Wir nächtigen bei Elfi und Kurt (Sissis Schwester und deren Mann) in Sandys (Mirkos Cousine) ehemaligem Zimmer, und schaffen es gleich am ersten Morgen das Bett zu zerlegen – wie peinlich…Im Gegensatz zum Hof in Zeckerin, ist dieser Hof noch bewirtschaftet. Wir essen die schmackhafteste selbstgemachte Rotwurst und Schafssalami und lernen eine Menge übers Schlachten und Weiterverarbeiten – leider nur theoretisch, denn wir sind ein wenig zu früh dran… oder zu spät. Bei Elfi ist es wirklich paradiesisch. Sie ist eine vorzügliche Haushälterin und unglaublich gastfreundlich. Obwohl ich sie bisher nur ein Mal gesehen hab, fühle ich mich sofort zu Hause und willkommen. In diesen 5 Tagen gewinne ich nicht nur Elfi richtig gern, sondern auch ihre 2 Enkelinnen, Monique und Josi, mit denen wir viel Zeit verbringen.

Mirko hat zwischendurch so großes Heimweh, dass er für einen Tag nach Berlin fährt…um sich noch von Oma Vera zu verabschieden, was in den stressigen Wochen vor dem 3.10.  einfach untergegangen ist.

Ein großer faux pas ist allerdings, dass wir wahrscheinlich auf Grund der Heimelichkeit in Grosskrausnik vollkommen verpassen Fotos zu machen…möget ihr uns verzeihen und uns Fotos von euch zuschicken.

Vielen Dank nochmal an alle Eglers!

1 Kommentar

  1. Andrea

    Hey, soviele schaue Bilder! Mein Favorit sind die Sonnenstrahlen, die durch die Löcher im Scheunendach scheinen… schick…. Ihr solltet in jedem Falle Postkarten drucken lassen und verkaufen 😉 Habt eine gute Zeit fürderhin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.